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Frauscher Marketing
21. Okt. 2026 | 5 Minuten Lesezeit
Rangierbahnhöfe, Häfen, Bergbaustandorte und Industrieanlagen sind darauf angewiesen, jederzeit genau zu wissen, wo sich ein Zug oder Wagen befindet. Die erforderlichen Anwendungen rechtfertigen nicht immer die Kosten und die Komplexität eines SIL-4-Signaltechniksystems. Betreiber stehen in diesen Bereichen immer wieder vor denselben Herausforderungen: Gleisstromkreise werden durch Verschmutzung, andere anspruchsvolle äußere Einflüsse sowie elektromagnetische Störungen beeinträchtigt, SIL-4-Lösungen bringen einen Zertifizierungsaufwand mit sich, der weit über das hinausgeht, was nicht-öffentliche Standorte benötigen, und in streckenseitigen Gehäusen ist der Platz für Equipment begrenzt. Das Frauscher Track Vacancy System FTVS wurde in Kombination mit dem Frauscher Radsensor RSR310 entwickelt, um genau diese Punkte zu lösen.
In vielen nicht-öffentlichen Umgebungen – Rangierbahnhöfen, Häfen, Bergbaubetrieben – spielt zuverlässige Zugdetektion auf Basic-Integrity-Niveau eine wichtige Rolle für einen effizienten Betrieb. Anwendungen wie Weichenschutzeinrichtungen, die Überwachung von Abstellgleisen und die Auslösung automatisierter Anlagen basieren auf zuverlässigen Informationen zur Position betroffener Züge in jeweiligen Gleisabschnitten. Herkömmliche Ansätze entsprechen in unterschiedlichen Aspekten oft nicht dem, was diese Betriebsumgebungen tatsächlich benötigen.
Gleisstromkreise neigen zu Fehlmeldungen durch Ölverschmutzung, Feuchtigkeit, Korrosion und veränderte Bedingungen im Gleisbett – Faktoren, die gerade in diesen anspruchsvollen Umgebungen häufig auftreten. Vollständig SIL-4-zertifizierte Achszählung hingegen ist für öffentliche Netze mit Personen- und Güterverkehr ausgelegt. Sie bringt einen entsprechenden Umfang an Dokumentation, Validierung und rigorose Vorgaben über den gesamten Lebenszyklus mit sich, der für eine nicht-sicherheitskritische Anwendung unverhältnismäßig ist. Gleichzeitig benötigen Betreiber Komponenten, die in enge, gleisnahe Gehäuse passen. Während der Installation gilt es, lange Gleissperren zu vermeiden. Der langfristige Wartungsaufwand soll auf ein Minimum reduziert werden.
Auch Bahnsysteme, die nicht direkt in sicherheitskritische Abläufe eingreifen, müssen einen definierten Standard erfüllen: Basic Integrity (SIL 0). Eine Fehlfunktion dieser Systeme führt nicht zwangsläufig zu einer Gefährdung, die eine SIL-4-Zertifizierung erfordert. Dennoch müssen die Systeme grundlegende Normen wie EN 50126, EN 50129 oder EN 50716 einhalten. Die Beurteilung, welches Sicherheitsniveau für einen bestimmten nicht-öffentlichen Standort oder eine bestimmte Anwendung gilt, liegt weiterhin in der Verantwortung des Betreibers.
FTVS wurde speziell für diese Kategorie konzipiert und ergänzt das Angebot aus Gleisstromkreisen und vollständig SIL-4-zertifizierter Achszählung: mit der Zuverlässigkeit induktiver Raddetektion, aber ohne die Kosten und die Zertifizierungskomplexität eines sicherheitskritischen Systems.
FTVS kombiniert den RSR310 als streckenseitige Komponente mit zwei Komponenten der Innenanlage. Der Wheel Sensor Signal Converter WSC wandelt das analoge Sensorsignal in digitale Outputs um. Das Wheel Counting Board WCB wertet anschließend den Belegungsstatus jedes Gleisabschnitts aus und stellt ihn über Optokoppler als potenzialfreie Kontakt-Outputs bereit. Diese Outputs sind mit jedem übergeordneten Steuerungssystem kompatibel. Für die Integration von FTVS in bestehende Systeme von Rangier- oder Industrieanlagen ist daher keine protokollbasierte Schnittstelle erforderlich. Alle Indoor-Komponenten werden auf einer standardmäßigen DIN-Schiene montiert, die in einem gleisnahen Schaltschrank untergebracht werden kann. So bleibt der Platzbedarf in streckenseitigen Gehäusen minimal. Die Kalibrierung erfolgt über das Indoor Equipment statt direkt am Gleis, was die Arbeitszeit am Gleis verkürzt.
Der RSR310 erfasst Räder induktiv. Auf diesem Prinzip registriert er vorbeifahrende Räder zuverlässig. Anders als Gleisstromkreise werden induktive Radsensoren weder durch Verschmutzung noch durch Feuchtigkeit oder den Zustand des Gleisbetts beeinträchtigt, und es sind keine isolierten Schienenstöße erforderlich. Der Radsensor wird mit der patentierten Frauscher Schienenklaue ohne Bohrarbeiten direkt an der Schiene montiert. Er hält Temperaturen von -40 °C bis +85 °C stand, erfüllt die Schutzart IP68 und verfügt über eine nach EN 50121-4 und AREMA 11.5.2 zertifizierte elektromagnetische Kompatibilität. Unterstützt werden Kabellängen von bis zu 6,4 Kilometern, was den Infrastrukturaufwand bei verteilten Installationen reduziert.


FTVS ist kein Konzept, das noch auf seine Validierung im Feld wartet. Ursprünglich für die anspruchsvollen Bedingungen in Rangierbahnhöfen in den Vereinigten Staaten entwickelt, hat sich das System dort in zahlreichen Installationen bewährt. Inzwischen ist es auch in Rangierbahnhöfen, Häfen und Industrieanlagen in Ländern rund um den Globus im Einsatz, darunter Österreich, Deutschland und die Niederlande.
Typische Anwendungen für FTVS und RSR310 sind der Weichenschutz, Warnsysteme am Gleisende, die Bereitstellung von Freimeldeinformationen für Abstellgleise, die Festlegung präziser Grenzzeichen sowie weitere Automatisierungsaufgaben. Da die potenzialfreien Kontakt-Outputs des WCB ohne protokollbasierte Schnittstelle auskommen, kann FTVS auch Geräte von Drittanbietern direkt ansteuern – von Warnsignalen bis hin zu automatisierten Toren. Das ist überall dort von Vorteil, wo eine einfache, hardwarebasierte Verbindung einer komplexeren digitalen Integration vorzuziehen ist.

Betreiber, die Zugdetektion auf Basic-Integrity-Niveau in Rangierbahnhöfen, Häfen oder Industrieumgebungen einsetzen, stehen vor einem echten Zielkonflikt: Gleisstromkreise kämpfen genau mit den Bedingungen, die an diesen Standorten herrschen, und SIL-4-Achszähllösungen bringen mehr Zertifizierungsaufwand mit sich, als die Anwendung erfordert. FTVS und RSR310 schließen diese Lücke mit einer Basic-Integrity-Achszähllösung, die bewährte induktive Sensorik, ein kompaktes und platzsparendes Design sowie eine Montage ohne Bohrarbeiten vereint. Das bereits in Projekten in mehreren Ländern bewährte System bietet Betreibern eine verlässliche Möglichkeit, nicht-sicherheitskritische Zugdetektion zuverlässig zu gestalten – ohne zusätzliche Komplexität, die sie nicht benötigen.

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