Signal auf Fahrt: Frauschers Vision für die Bahn von morgen

Signal auf Fahrt: Frauschers Vision für die Bahn von morgen

Frauscher Marketing

22. Sep. 2026 | 6 Minuten Lesezeit

Frauscher ist seit fast einem Jahr Teil der Wabtec Corporation. Seither hat der Integrationsprozess zahlreiche Learnings, Chancen und Veränderungen mit sich gebracht. Letztere waren jedoch nicht ausschließlich eine Folge der Akquisition. Der Mut, neue Ideen aufzugreifen, die charakteristische Innovationskraft und die Fähigkeit, das Potenzial neuer Technologien zu erkennen, waren schon immer Teil der DNA von Frauscher. Entsprechend entwickelt das Unternehmen sein Portfolio an Produkten, Lösungen und Services innerhalb dynamischer Strukturen kontinuierlich weiter. Mayank Tripathi, Vice President & General Manager von Frauscher Sensortechnik, blickt auf die vergangenen Monate zurück, gibt einen Vorgeschmack darauf, was auf der diesjährigen InnoTrans zu sehen sein wird, und wagt einen Ausblick.

Vor fast einem Jahr haben Sie die Rolle als Vice President & General Manager bei Frauscher Sensortechnik übernommen, nachdem Sie das Unternehmen zuvor fast ein Jahrzehnt lang maßgeblich im Vertrieb mitgeprägt hatten. Wie erleben Sie Ihre neue Rolle?

Mayanks Rückblick auf seine neue Rolle

Die Übernahme dieser Rolle hat mir zu gleichen Teilen persönliche wie berufliche Erkenntnisse gebracht. Michael Thiel hat dieses Unternehmen 15 Jahre lang auf beeindruckende Weise geführt und weiterentwickelt – der Einstieg in diese Rolle bringt ein starkes Erbe und eine echte Verantwortung mit sich. Ich habe sehr von diesem Prozess profitiert. Er hat mich auf eine Weise geprägt, die ich so nicht vollständig erwartet habe.

Gleichzeitig ist das gesamte Unternehmen mit der Übernahme durch Wabtec in eine neue Ära eingetreten. Aus der Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem gesamten Konzern konnte ich viel lernen – insbesondere im Hinblick darauf, unsere globale Reichweite zu nutzen und unsere Position in etablierten wie auch neuen Märkten zu stärken.

Blicken wir über Ihre eigene Rolle hinaus auf das Unternehmen als Ganzes – wie entwickelt sich Frauscher als Teil der Wabtec Corporation?

Die Entwicklung von Frauscher als Teil der Wabtec Corporation

Frauscher ist seit Jahrzehnten ein globaler Player. Wir haben über die Jahre eine solide Grundlage geschaffen, um weiter zu wachsen. Als Teil der Wabtec Corporation erweitern wir unsere Reichweite und können noch effektiver agieren. Gemeinsam arbeiten wir kontinuierlich daran, Frauscher in diese globalen Strukturen zu integrieren. Dabei konzentrieren wir uns darauf, Synergien zu identifizieren – insbesondere in Bereichen, die unser gemeinsames zukünftiges Wachstum vorantreiben. Auf dieser Basis bin ich überzeugt, dass wir mehr als bereit sind, das nächste Kapitel unseres Unternehmens als vollständig integrierter Teil von Wabtec zu schreiben.

Wabtec verfügt über ein sehr breites Portfolio – wie ergänzt das Angebot von Frauscher dieses?

Wie das Angebot von Frauscher das Wabtec Portfolio ergänzt

Wir sind Teil von Wabtec Digital Intelligence geworden. Unsere bewährten Radsensoren und Achszähler, innovativen Object Controller, Konnektivitäts- und Datenübertragungslösungen sowie unsere Monitoring-Plattform ergänzen gemeinsam mit einem breiten Serviceangebot das Portfolio von Wabtec. Zusammen können wir Kunden Produkte, Lösungen und Services bieten, die in jeder Phase ihrer Projekte und über die gesamte Lebensdauer ihrer Anlagen Mehrwert schaffen. Auf globaler Ebene stärkt dies unsere Positionierung als ausgewiesener Experte für Signaltechnik sowie als Partner, der Märkten zukunftssichere Lösungen für wachsende Anforderungen bietet.

Bleibt also Frauschers vollständiges Portfolio – Hardware, Software und Services – bestehen und entwickelt sich weiter?

Frauschers Portfolio

Ja, es bleibt bestehen und wird weiterwachsen. Gemeinsam mit Wabtec haben wir jetzt noch mehr Möglichkeiten, unser Portfolio zu stärken und unser Angebot in Märkten auf der ganzen Welt auszubauen. Das war schon immer Teil unserer DNA. Getrieben von Innovation war Frauscher lange Zeit als reiner Hersteller von Achszählsystemen bekannt. Heute entwickeln wir ein vollständiges Portfolio an Wayside Object Controllern. Erste Installationen befinden sich bereits im Feld, und wir freuen uns darauf, dies fortzusetzen – mit weiteren Produkten, weiteren Lösungen und weiteren wertschöpfenden Services in der Zukunft, indem wir neue Möglichkeiten nutzen und die neu gewonnene Stärke bestmöglich einsetzen.

Verschafft Ihnen die Zugehörigkeit zu Wabtec auch einen tieferen Einblick in die weltweiten Herausforderungen der Branche?

Weltweite Herausforderungen der Branche

Vorweg: Für uns waren Herausforderungen nie Hindernisse – sie sind das, was uns vorantreibt. Die Nähe zu unseren Kunden stand immer im Mittelpunkt unserer Arbeitsweise. Mit Installationen in mehr als 100 Ländern und 15 Frauscher Standorten weltweit haben wir ein detailliertes Verständnis für die realen Herausforderungen im Feld entwickelt, mit denen Betreiber konfrontiert sind – und dafür, wie man sie löst.

EULYNX ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Die Initiative stellt einen wichtigen Fortschritt für die Branche dar, bringt aber auch für viele Stakeholder echte Komplexität mit sich. Wir haben sie früh aufgegriffen: Frauscher gehörte zu den ersten Unternehmen, die ein Achszählsystem gemäß EULYNX Baseline 2.0 entwickelt haben – weil wir Herausforderungen nicht als Einschränkung, sondern als Chance sehen, eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Die Zugehörigkeit zu Wabtec fügt dem eine neue Dimension hinzu. Sie eröffnet uns Zugänge in etablierten wie auch neuen Märkten und verschafft uns Einblicke, die wir sonst nicht hätten. Unser Fokus bleibt unverändert: Kunden Lösungen zu bieten, die ihnen helfen, ihre Netzwerke so sicher und effizient wie möglich zu betreiben – jetzt mit noch mehr Möglichkeiten, auf die wir zurückgreifen können.

Apropos neue Anforderungen durch neue Technologien: Die Digitalisierung verändert den Bahnbetrieb zunehmend – und damit gewinnt auch Cybersecurity an Bedeutung. Wie geht Frauscher dieses Thema an?

Cybersecurity und Frauschers Herangehensweise

Wir arbeiten seit fast zehn Jahren intensiv an der Cybersecurity unserer Produkte und haben dies fest in unserer Entwicklungsphilosophie verankert. Wir haben solide Expertise aufgebaut, dedizierte Strukturen innerhalb unserer Organisation entwickelt und robuste Tools in unsere Entwicklungsprozesse implementiert, um sicherzustellen, dass neue Lösungen von Grund auf cybersecure konzipiert sind.

Ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die klare Trennung zwischen der Security-Ebene und sicherheitskritischen Komponenten im Sinne des „Safety“-Begriffs in der Bahn: Security-Updates lassen sich unabhängig einspielen, ohne die SIL-4-zertifizierte Logik zu berühren. Genau das ermöglicht es uns, Security fortlaufend auf dem neuesten Stand zu halten, ohne jemals die Safety des Systems zu gefährden.

Sichere Netzwerkkommunikation war bereits beim FAdC®, der auf der InnoTrans 2014 vorgestellt wurde, ein zentrales Anliegen. Zudem können wir sicherstellen, dass sich bestehende Produkte über Erweiterungen, welche die safety-relevante Systemlogik unangetastet lassen, cybersecure in moderne Infrastrukturen einbetten lassen – im Einklang mit dem europäischen Cyber Resilience Act. Wir begrüßen ihn als einen weiteren Schritt in die richtige Richtung: die Anwendung einheitlicher Standards über alle Stakeholder der Bahnindustrie hinweg.

Sie haben Entwicklungen im Bereich der Object Controller erwähnt – wird es dazu Neuigkeiten auf der diesjährigen InnoTrans geben, und was wird darüber hinaus zu sehen sein?

Entwicklungen im Bereich der Object Controller und Neuigkeiten auf der InnoTrans

Wir bringen eine ganze Reihe an Neuerungen mit, wobei die Frauscher Advanced Platform FAdP unser Hauptthema ist. FAdP ist genau das, wofür sie steht: ein gemeinsames Fundament für mehrere Object Controller. Besonders überzeugend ist, dass rund 70 % der Komponenten über alle Controller-Typen hinweg geteilt werden – nur 30 % sind anwendungsspezifisch. EULYNX-konform und von Grund auf cybersecure konzipiert, ist FAdP eine Plattform, die darauf ausgelegt ist, Lebenszykluskosten, Integrationsaufwand und den Platzbedarf im Schaltschrank zu reduzieren.

Bei FAdP Point ist dieses Konzept bereits bewährte Realität geworden: Installationen sind bereits im Feld in Betrieb. Auf der InnoTrans werden wir zudem FAdP TDS vorstellen – unser zukunftsweisendes Konzept für einen vollständig digitalen Ansatz der Zugdetektion – sowie FAdP IO, das flexible Objektsteuerung für ein breites Spektrum an Datenübertragungsanwendungen bietet, einschließlich generischer IO-Funktionen und der Digitalisierung von Bestandsinfrastruktur.

Ebenso wichtig ist die Sensor-Seite: Wir haben kürzlich einen neuen Sensor-Ansatz über die gesamte RSR3xx-Radsensorgeneration hinweg eingeführt, der eine deutlich höhere Immunität gegenüber Störeinflüssen sowie eine zuverlässige Filterung von Teilüberfahrten ermöglicht – bei allen drei Modellen der Familie. RSR360 überträgt diese Weiterentwicklungen auf unser bewährtes FAdC®-Achszählsystem. RSR360 Pro ist der Sensor, den wir für FAdP TDS entwickeln: konzipiert, um Strom- und Datenübertragung via Ethernet über eine einzige Zweidrahtverbindung zu kombinieren, wodurch keine dedizierte Signalkabelinfrastruktur mehr benötigt wird und stattdessen vorhandene Netzwerkinfrastruktur genutzt werden kann. Auf der InnoTrans wird er als Teil eines FAdP-TDS-Prototypaufbaus zu sehen sein.

Um das Bild abzurunden: Wir werden außerdem das Frauscher Track Vacancy System FTVS präsentieren – unsere Basic-Integrity-Achszähllösung, die für nicht-sicherheitskritische (non-vital) Anwendungen verfügbar und feldbewährt ist.

Können Sie uns abschließend, vor dem Hintergrund all dieser Themen, einen Ausblick darauf geben, wohin sich Frauscher entwickelt?
Ausblick und die Weiterentwicklung von Frauscher

Wir werden unsere Position als äußerst zuverlässiger Partner in einer Bahnindustrie mit wachsenden Anforderungen – und wachsenden Chancen – weiter stärken. Unser Portfolio entwickelt sich im Einklang mit diesen Anforderungen kontinuierlich weiter: Jede Erweiterung ist darauf ausgelegt, echten Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen, sei es durch neue Produkte, erweiterte Services oder verbesserte Funktionalitäten.

Initiativen wie unser neues Produktionswerk in Indien werden unsere Lieferkette und unsere Fähigkeit, globale Märkte zu bedienen, weiter stärken. Mit unserer Frauscher Academy adressieren wir zudem die wachsende Nachfrage nach Kompetenzmanagement im Bahnbetrieb.

Wenn wir die Stärken, die wir schon immer hatten – unsere Innovationskraft, unsere technische Tiefe, unsere Kundennähe – mit dem verbinden, was wir als Teil der Wabtec Corporation dazugewonnen haben, bin ich überzeugt, dass die besten Kapitel der Geschichte von Frauscher noch vor uns liegen. Das ist es letztlich, was es bedeutet, „Your partner for confidence.“ zu sein.

Frauscher Marketing

Jetzt teilen!

Bereit, Ihre Projekte auf die nächste Stufe zu heben?

Fragen Sie sich, wie die richtigen Frauscher Produkte und Dienstleistungen Ihr nächstes Projekt effizienter gestalten und Ihre Ergebnisse verbessern könnten?

Ähnliche Artikel
Weitere Blogartikel, die Sie auch interessieren könnten
1/5

Cyber-Resilienz in der Bahn verankern

Frauscher Marketing

04. Aug. 2026 | 7 Minuten Lesezeit

Die Stadt im Blick: Wie Frauscher Achszähler die Straßenbahnsignaltechnik weltweit modernisieren

Frauscher Marketing

09. Juli 2026 | 7 Minuten Lesezeit

Railway tracks with a switch inside of a station.

Blick in die Zukunft digitaler Signaltechnik: Digirail Projekt in Finnland vereint Pioniere

Image of Michael Zweimüller

Michael Zweimüller

29. Jan. 2026 | 6 Minuten Lesezeit

Von Daten zu Insights: Cloud-basierte Monitoring-Lösung für einen zuverlässigen und effizienten Bahnbetrieb

Thomas Hartinger

19. Jan. 2026 | 7 Minuten Lesezeit

Sichere und intelligente Raddiagnostik im Rangierbahnhof des Eurotunnels

Frauscher Marketing

16. Dez. 2025 | 6 Minuten Lesezeit